Worauf beim Vergleich der Altersvorsorge zu achten ist

Worauf beim Vergleich der Altersvorsorge zu achten ist

Die finanzielle Absicherung im Ruhestand hängt von der Höhe der eingezahlten Beiträge, der gewählten Anlageform, den laufenden Kosten und der staatlichen Förderung ab. Je länger das angesparte Kapital investiert bleibt, desto mehr Zeit steht für mögliche Erträge und deren Wiederanlage zur Verfügung. Mit dem Altersvorsorgedepot kommt ab 2027 eine weitere Form der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge hinzu, bei der ein größerer Teil des Kapitals am Kapitalmarkt angelegt werden darf. Ein Vergleich der verschiedenen Modelle zeigt, wie sich Anlageform, Kosten, Förderung und spätere Auszahlung auf die Altersvorsorge auswirken.

Kurzfassung

  • Die passende Vorsorge hängt von Laufzeit, finanziellen Spielräumen und Risikobereitschaft ab.
  • Kosten wirken sich bei mehreren Jahrzehnten Laufzeit deutlich auf das angesparte Kapital aus.
  • Staatliche Zulagen verändern das Verhältnis zwischen Eigenbeitrag und Vorsorgevermögen.
  • Ab 2027 ergänzt das Altersvorsorgedepot die geförderte private Altersvorsorge.
  • Ein Produktvergleich berücksichtigt Ansparphase und spätere Auszahlung gleichermaßen.

Zuerst den Zweck der Altersvorsorge festlegen

Am Anfang der Vorsorgeplanung steht eine Übersicht über die bereits vorhandenen Ansprüche und Rücklagen. Dazu zählen beispielsweise die gesetzliche Rente, eine betriebliche Altersversorgung und vorhandenes Vermögen, aus denen sich die bisherige finanzielle Absicherung im Ruhestand zusammensetzt. Eine private Altersvorsorge ergänzt diese Beträge, wenn zwischen den vorhandenen Ansprüchen und dem gewünschten finanziellen Bedarf im Ruhestand eine Lücke besteht. Für die weitere Planung stehen verschiedene Möglichkeiten der Altersvorsorge zur Verfügung, die sich bei Förderung, Kosten, Anlageform und späterer Auszahlung unterscheiden.

Bei Angestellten bilden Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung häufig einen wichtigen Teil der späteren Versorgung. Bei Selbstständigen und Freiberuflern hängt die finanzielle Absicherung stärker von der bisherigen privaten und beruflichen Vorsorge ab. Familien berücksichtigen zusätzlich laufende Ausgaben für Wohnen, Kinderbetreuung und weitere Verpflichtungen.

Aus dieser Bestandsaufnahme ergibt sich der Betrag, der langfristig für die private Vorsorge zur Verfügung steht. Eine dauerhaft tragbare Sparrate erleichtert den regelmäßigen Vermögensaufbau, ohne das laufende Haushaltsbudget zu stark zu belasten.

Kosten über die gesamte Laufzeit betrachten

Bei Finanzprodukten entstehen je nach Vertrag unterschiedliche Kosten. Dazu gehören beispielsweise Verwaltungs- und Fondskosten sowie Abschluss- und Vertriebskosten. Bei einer langen Laufzeit wirken sich diese Gebühren über viele Jahre auf das angesparte Vermögen aus, da jeder abgezogene Betrag nicht mehr für die weitere Anlage zur Verfügung steht.

Deshalb zählt bei einem Vergleich nicht nur die Höhe der Kosten im ersten Vertragsjahr. Entscheidend ist, welche einmaligen und laufenden Gebühren während der gesamten Laufzeit anfallen. Selbst kleine prozentuale Unterschiede summieren sich über mehrere Jahrzehnte zu einem relevanten Betrag und reduzieren entsprechend das Kapital, das für den Ruhestand zur Verfügung steht.

Für das gesetzlich vorgesehene Standarddepot der neuen geförderten privaten Altersvorsorge ist die Höhe der Effektivkosten auf maximal ein Prozent pro Jahr begrenzt.

Renditechance und Sicherheit unterscheiden

Garantieprodukte sichern einen festgelegten Anteil der eingezahlten Beiträge ab. Dadurch fällt das Risiko bestimmter Verluste geringer aus, während ein kleinerer Teil des Kapitals für Anlagen mit stärkeren Kursschwankungen zur Verfügung steht.

Kapitalmarktorientierte Produkte verzichten teilweise auf solche Garantien. Das eröffnet höhere Ertragschancen, bedeutet gleichzeitig jedoch stärkere Schwankungen während der Laufzeit. Zwischenzeitliche Verluste gehören bei Aktien und Aktienfonds zur normalen Entwicklung des Kapitalmarktes.

Die verfügbare Zeit bis zum Ruhestand spielt deshalb eine wichtige Rolle. Eine lange Ansparphase umfasst zahlreiche Marktphasen. Mit sinkender Restlaufzeit erhält dagegen die Absicherung des bereits aufgebauten Vermögens häufig größere Bedeutung.

Staatliche Förderung in den Vergleich einbeziehen

Staatliche Zulagen erhöhen den Betrag, der für die private Altersvorsorge zur Verfügung steht, und senken dadurch den Anteil, der aus eigenen Beiträgen finanziert werden muss. Mit der Reform der privaten Altersvorsorge verändert sich die Förderung ab 2027. Gleichzeitig ergänzt das Altersvorsorgedepot die bisher verfügbaren Formen der geförderten Altersvorsorge.

Die neuen Regelungen zur geförderten Altersvorsorge 2027 legen unter anderem fest, wie sich Eigenbeiträge und staatliche Zulagen auf den Aufbau des Vorsorgevermögens auswirken. Für einen Vergleich reicht deshalb der Blick auf die maximale Zulage nicht aus. Entscheidend ist, wie hoch der eigene Beitrag ausfällt, welche Förderung hinzukommt, welche Kosten anfallen und wie lange das Kapital angespart wird.

Diese Faktoren bestimmen gemeinsam, wie viel Kapital über die gesamte Laufzeit aufgebaut werden kann und welcher Betrag später für die Altersvorsorge zur Verfügung steht.

Altersvorsorgedepot und Garantieprodukt unterscheiden

Mit der Reform stehen innerhalb der geförderten privaten Altersvorsorge zwei grundlegende Produktarten zur Verfügung: Altersvorsorgedepots ohne verpflichtende Beitragsgarantie und Produkte mit einer Absicherung der eingezahlten Beiträge.

Beim Altersvorsorgedepot darf das angesparte Kapital stärker am Kapitalmarkt investiert werden. Dazu gehören beispielsweise Aktien, Aktienfonds und ETFs, die den gesetzlichen Anforderungen an förderfähige Anlagen entsprechen. Auf diese Weise entsteht mehr Spielraum für Anlagen mit höheren Renditechancen, gleichzeitig unterliegt das Vorsorgevermögen stärkeren Kursschwankungen. Kapitalerträge bleiben während der Ansparphase innerhalb des geförderten Vertrags steuerfrei.

Garantieprodukte sichern dagegen einen festgelegten Anteil der eingezahlten Beiträge ab. Dadurch fällt das Risiko bestimmter Verluste geringer aus, gleichzeitig steht weniger Kapital für Anlagen mit stärkeren Kursschwankungen zur Verfügung.

Welche Produktart geeignet ist, hängt unter anderem von der verbleibenden Laufzeit bis zum Ruhestand, der persönlichen Risikobereitschaft und den vorhandenen finanziellen Rücklagen ab. Eine lange Ansparphase bietet mehr Zeit für die Anlage am Kapitalmarkt, während bei einem näher rückenden Rentenbeginn die Absicherung des bereits aufgebauten Vermögens stärker ins Gewicht fällt.

Auch die Auszahlungsphase prüfen

Ein Altersvorsorgevertrag wird nicht allein anhand der Ansparphase bewertet. Ebenso wichtig sind die Bedingungen für die spätere Auszahlung. Dazu gehören die vorgesehene Auszahlungsform, die Laufzeit und die steuerliche Behandlung des angesparten Kapitals.

Die Reform sieht neben lebenslangen Rentenzahlungen ebenfalls langfristige Auszahlungspläne vor. Deshalb gehört bereits beim Vertragsvergleich die Frage dazu, wie das angesparte Vermögen im Ruhestand genutzt werden soll.

Ein hohes Kapital zum Ende der Ansparphase führt nicht automatisch zu einem entsprechend hohen monatlichen Einkommen. Entscheidend ist vielmehr, über welchen Zeitraum und unter welchen Bedingungen das Vermögen ausgezahlt wird.

Bestehende Verträge gesondert betrachten

Ein neues Angebot bedeutet nicht automatisch, dass ein bestehender Altersvorsorgevertrag ersetzt werden muss. Ältere Verträge enthalten teilweise Garantien oder Vertragsbedingungen, die bei einem Neuabschluss nicht mehr verfügbar sind.

Vor einem Wechsel gehören daher vorhandenes Guthaben, bisherige Förderung, Garantien, laufende Kosten und mögliche Wechselgebühren auf den Prüfstand. Das Bundesfinanzministerium weist darauf hin, dass bestehende Riester-Verträge in das neue System übertragen werden dürfen, dabei jedoch Kosten entstehen können.

Fazit: Ein Vergleich braucht mehr als eine Renditezahl

Ein Vergleich der privaten Altersvorsorge braucht mehr als eine einzelne Renditezahl. Eigenbeitrag, staatliche Förderung, Kosten, Anlageform, Risiko und Laufzeit bestimmen gemeinsam, wie viel Kapital für den Ruhestand aufgebaut wird.

Ab 2027 erweitert das Altersvorsorgedepot die staatlich geförderten Möglichkeiten um stärker kapitalmarktorientierte Anlagen. Gleichzeitig bleiben Garantieprodukte Bestandteil der geförderten privaten Altersvorsorge.

Für eine fundierte Entscheidung gehört deshalb die gesamte Vertragslaufzeit in die Betrachtung. Neben den Beiträgen und Kosten verdienen die Anlageform, das persönliche Risikoniveau und die Bedingungen der späteren Auszahlung besondere Aufmerksamkeit.